Große Nephalemportale

Inhalt dieses Artikels:

  1. Einleitung
  2. Grundsätzliche Konzepte des “Pushens”
  3. Erklärungen zu “Rift Fishing”
  4. Finden des richtigen großen Nephalemportals um zu “Pushen”
  5. Gute Maps
  6. Gute Gegnertypen
  7. Die Fortschrittsberechnung
  8. Entscheidungen während eines Runs
  9. Gegnerdichte erzeugen
  10. Der Kampf gegen den Portalwächter
  11. Weitere Tipps zum “Pushen”
  12. Video Guide
  13. Verwandte Inhalte und Videos
  14. Zusammenfassung

1. Einleitung

Im Endgame von Diablo 3 werdet ihr etwa 70-95% eurer Zeit in großen Nephalemportalen verbringen. Nachdem ihr euren Charakter auf Level 70 gebracht habt und ausreichend Greater Rift Keystone in Nephalemportalen gefarmt habt, werdet ihr versuchen bessere Ausrüstung, mehr Erfahrung und legendäre Edelsteine zu sammeln.

Diese Portale sind zufällig generierte Instanzen, in denen es das Ziel ist, durch das Töten von Gegnern einen Fortschrittsbalken zu füllen. Ist der Balken vollständig gefüllt, spawnt der Portalwächter, den ihr besiegen müsst. Große Nephalemportale haben mehrere Ebenen aus einem vordefinierten Kartenpool mit jeweils zufälligen Layouts. Jede Ebene wird mit einer von insgesamt 33 vordefinierten Gegnergruppen generiert. Die Anzahl der Elitegegner passt sich der Größe der Karte an.

Kurz gesagt: der Zweck großer Nephalemportale ist es mehr Möglichkeiten für Fortschritte im Endgame zu haben, welche über die Schwierigkeitsstufen Normal bis Qual 16 hinausgehen und somit ein nahezu unendliches Skalieren ermöglichen. Mit den meisten Meta Endgame-Builds werdet ihr es in diesen Schwierigkeitsstufen sehr einfach haben. Deshalb sollte es euer Ziel sein in großen Nephalemportalen deutlich forderndere Stufen abzuschließen, da hier auch sehr viel attraktivere Belohnungen auf euch warten. Solltet ihr hauptsächlich am Farmen interessiert sein, dann ist bestimmt dieser Beitrag, der sich allgemein mit XP-Mechaniken und Farmen von Paragon-Leveln beschäftigt einen Blick wert. Diese Tierlist für das schnelle Farmen von XP und zur aktuellen Gruppen Farm-Meta könnten euch auch interessieren. Der Rest dieses Beitrages beschäftigt sich detailliert mit diversen Aspekten des “Pushens”.


2. Grundsätzliche Konzepte des “Pushens”

Nach dem Farmen von Items und Paragonlevels, sowie Sammeln von ausreichend Greater Rift Keystone ist die Zeit gekommen die Grenzen eures Charakters auszuloten. Dieser Prozess nennt sich Pushen (für die Bestenliste oder persönliche Bestleistungen). Ihr versucht große Nephalemportale auf den höchstmöglichen Schwierigkeitsgraden abzuschließen. Üblicherweise passiert dies, wenn euer Charakter den Höhepunkt seiner Stärke erreicht hat, also gegen Ende einer Saison oder wenn ihr für euch selbst beschließt lange genug gefarmt zu haben.

Es ist einfach das perfekt generierte Portal abzuschließen, aber als Spieler könnt ihr euch dann am Besten beweisen, wenn die Dinge nicht perfekt nach Plan laufen! Deshalb ist es wichtig zu lernen, wie Pushen am effizientesten abläuft.

Anders als Speedfarmen, womit ihr den Großteil der Zeit verbringt, läuft Pushen deutlich langsamer ab, ist skillintensiver und verlangt euch deutlich mehr Entscheidungen ab. Letztendlich kommt es darauf an das große Nephalemportal einmal erfolgreich zu meistern, unabhängig davon wie viele Versuche ihr gebraucht habt. Entwickelt euren Charakter, benutzt alle Handwerksmaterialien und wendet mit Hilfe von Kanais Würfel Caldesanns Verzweiflung an, um eure uralten Gegenstände zu verbessern! Kurz gesagt: Holt so viel wie möglich raus!

Pushen ist ein Prozess und nichts was man einfach so machen kann. Setzt euch ein Ziel, das ihr erreichen wollt, fokussiert euch nur darauf und weicht nicht davon ab, bis ihr es erreicht habt. Nur so werdet ihr erfolgreich sein, bevor Langeweile einsetzt, oder ihr von anderen Dingen abgelenkt werdet. Ihr müsst also “Rift Fishing” betreiben (Erklärung weiter unten), werdet dabei viele Portale vorfinden, die fast alle Voraussetzungen perfekt erfüllen und einige Male sehr knapp scheitern. Aber dann habt ihr doch noch Glück und der richtige Portalwächter erscheint mit genügend verbleibender Zeit auf der Uhr, um ihn zu erledigen. Auch wenn ihr nur einmal erfolgreich sein müsst, um euch einen Platz auf der Bestenliste zu sichern, ist es trotzdem wichtig konsistent gute Leistungen abzuliefern. Umso besser ihr spielt, desto  weniger müsst ihr euch auf Zufallsfaktoren verlassen, um euch selbst oder Andere zu übertreffen. Ihr werdet euch schlecht fühlen und eine großartige Gelegenheit verpassen, wenn ihr endlich das perfekte Portal betretet und durch eure Nachlässigkeit knapp scheitert. Dies wollt ihr auf jeden Fall vermeiden.

Verstehe wie Lebenspunkte (HP) skalieren

Im Gegensatz zum Farmen werdet ihr hier kein leichtes Spiel haben. Besonders Kämpfe gegen Elite-Gegner und Portalwächter können einige Minuten in Anspruch nehmen. In manchen Fällen sogar die Hälfte der euch insgesamt zur Verfügung stehenden Zeit (7 1/2 von 15 Minuten). Ziemlich häufig passiert es minutenlang gegen Elitegegner zu kämpfen, aber sie letztendlich mit 10% ihrer Lebenspunkte (HP) zurückzulassen, da es einfach zu lange dauern würde sie zu erledigen. Da sich die Lebenspunkte der Gegner mit jeder Portalstufe multiplikativ um 17% erhöhen, könnt ihr ein schnelles Abschließen eines Level 150 großen Nephalemportals nicht erzwingen. Irgendwann werden euch die Möglichkeiten zur Verbesserung eures Charakters ausgehen. Mit optimierter Ausrüstung hat selbst das Farmen von Paragon-Leveln nur einen begrenzten Einfluss auf eure Fähigkeit höhere Portalstufen zu meistern (z.B. beträgt der Unterschied zwischen einem Paragon1000 und einem Paragon3000-Charakter ca. 4 Portalstufen (+/- 1 abhängig vom Build), und zu einem Paragon5000-Charakter etwa 2-3 weitere Portalstufen).

Da große Nephalemportale multiplikativ skalieren und durch die exponentiellen Anstiege durch Flächenschäden erhöhen sich mit höheren Portalstufen die Lebenspunkte dramatisch. Somit also auch die Anforderungen an den Schaden, den ihr austeilen müsst. Hier einige konkrete Werte, die euch helfen können zu verstehen, wie stark ihr euren Schaden steigern müsst, um bestimmte Portalstufen meistern zu können:

  • +1 Portalstufen= 17% (x1.17 HP)
  • +2 Portalstufen= 37% (x1.37 HP)
  • +3 Portalstufen= 60% (x1.60 HP)
  • +4 Portalstufen= 87% (x1.87 HP)
  • +5 Portalstufen= 119% (x2.19 HP)
  • +10 Portalstufen= 381% (x4.81 HP)
  • +15 Portalstufen= 954% (x10.54 HP)
  • +20 Portalstufen= 2211% (x23.11 HP)
  • +25 Portalstufen= 4966% (x50.66 HP)
  • +30 Portalstufen= 11060% (x111.06 HP)
  • +35 Portalstufen= 20712% (x208.12 HP)
  • +40 Portalstufen= 45530% (x456.30 HP)
  • +45 Portalstufen= 99940% (x1000.41 HP)
  • +50 Portalstufen= 219235% (x2193.35 HP)

Wie ihr seht steigen die Lebenspunkte der Gegner sehr schnell sehr stark an. Potenziert man den Wert von 2192.35% für Portalstufe 50 mit 3 erhält man die Lebenspunkte der Gegner für die maximale Portalstufe 150. Dies sollte euch eine Vorstellung davon geben, wie wir überhaupt in eine Situation geraten konnten, in der ein Portalwächter in Solo 150er Portalen ungefähr 500 Billiarden Lebenspunkte hat.

Weiterhin sollte diese Tabelle unterstreichen wie wichtig die Spielweise und vor Allem Flächenschaden sind. Es gibt keine Möglichkeit den Profilschaden eures Charakters derart zu steigern, wenn ihr bereits im Besitz eurer wichtigsten Ausrüstungsteile, wie z.B. ein 6-teiliges Set oder den wichtigsten legendären Gegenständen seid, einige Paragon-Level aufgestiegen seid, sowie eure Ausrüstung mit legendären Edelsteinen verbessert habt. Relativ zu diesen Werten ist alles Andere was ihr macht, im Großen und Ganzen ziemlich unbedeutend. Dies schließt auch ein, dass ihr euer Setup zu Gunsten von höherem Schaden ändert. Die meisten optimierten Builds neigen dazu Portale der Stufen 95-110 Solo in 2 bis 3 Minuten abzuschließen. Beim Pushen sind sie jedoch in der Lage die Portalstufen 130-150 zu meistern, was eine Steigerung der Monster-HP um das 100- bis 200-fache bedeutet. Da selbst die Speedfarming-Varianten typischerweise keinen der wichtigen Multiplikator-Gegenstände droppen, die einen Build ausmachen, könnt ihr euren Gesamtschaden nur um wenige Faktoren erhöhen (z. B. durch das Austauschen von legendären Edelsteinen, Passiven, vielleicht 1-2 Utility-Gegenständen für mehr Schaden, ...), bis euch die Optionen ausgehen. Der Rest dieser x100 bis x200 HP-Lücke muss hauptsächlich durch Kiting, Flächenschaden, Pylone der Verbindung, Bane of the Stricken und ein paar anderen Dingen kommen.

Kurz gesagt: Die Monster-HP steigt durch exponentielle Skalierung extrem schnell an, da sie den Wert der vorherigen großen Nephalemportalstufen jedes Mal mit 1,17 multipliziert. Es ist also deutlich einfacher ein Portal 2-3 Sufen unter dem abzuschließen, was euer Charakter derzeit maximal zulässt, während sich die Belohnungen kaum ändern.

Der Wert von Flächenschaden

Die Hauptmethode, um euren Schaden zu skalieren (mit nur wenigen Ausnahmen von Builds, bei denen das nicht funktioniert), ist Flächenschaden. Im Wesentlichen erhöht ihr euren verursachten Schaden nicht nur, indem ihr mehr Monster in das Gebiet eures Bildschirms kitet, sodass ihr mehr treffen könnt, sondern ihr verursacht auch pro Gegner mehr Schaden an jedem von ihnen. Indem ihr also große Gruppen von Monstern kitet, könnt ihr euren Schaden exponentiell skalieren, was es euch schließlich ermöglicht, die außerordentlich hohen Anforderungen zu erfüllen, um große Nephalemportale auf extrem hohen Stufen abzuschließen. Das ist auch der Grund, warum in vielen Guides und vor allem in Solo-Pushing-Varianten dies einer der wichtigsten Attribute ist, und ihren Nutzen zu maximieren ist eines der wichtigsten Dinge, die man lernen muss, um die eigene Leistung zu verbessern.

Um euch zu zeigen, wie wichtig es wirklich ist, werft einen Blick auf die folgenden Tabellen. Die folgende zeigt den Gesamtschaden bei einem Basiswert von 100 pro Ziel und den Schaden, der durch Flächenschaden-Procs bei drei verschiedenen hypothetischen Werten (50%, 100%, 150% Gesamtflächenschaden des Charakters) verursacht wird. Die Zahlen gehen von dem (unrealistischen) Szenario aus, dass sich alle Gegner auf einem Haufen befinden, was sich in den meisten Solo-Pushing-Situationen ab einem bestimmten Punkt als schwierig erweisen wird.

ZieleSchadenFlächenschaden (50%)Flächenschaden (100%)Flächenschaden (150%)
1100000
2200204060
330060120180
5500200400600
77004208401260
10100090018002700
121200132026403960
151500210042006300
2020003800760011400
25250060001200018000
30300087001740026100
353500119002380035700
404000156003120046800
505000245004900073500
6060003540070800106200

Wie ihr sehen könnt, skaliert euer normaler Trefferschaden einfach linear (100 x Anzahl der getroffenen Ziele), euer Flächenschaden beginnt langsam und übersteigt dann schnell euren tatsächlich verursachten Schaden, bis er schließlich auf unglaubliche Werte hochschnellt.

Im Folgenden wird ein bestimmter Datenpunkt aus dieser Tabelle näher betrachtet, und zwar bei 25 Zielen:

ZieleSchadenFlächenschaden (50%)Flächenschaden (100%)Flächenschaden (150%)
25250060001200018000
Gesamtschaden85001450020500
Anteil des Flächenschadens70.59%82.76%87.80%
Erhöhung des Schadens in %240%480%720%
Erhöhung des Schadens bei 20% Flächenschaden28.2%16.6%11.7%

Wie ihr sehen könnt, ist selbst bei einem Charakter, der überhaupt keinen Flächenschadens-Bonus durch seine Gegenstände erhält (nur 50% durch Paragonlevel), der dadurch verursachte Gesamtschaden immer noch viel höher als der Basisschaden des Treffers selbst (über 70% des verursachten Gesamtschadens). Dieser Schaden steigert sich auf bis zu ~83% bei 100% Flächenschaden und ~88% des Gesamtschadens bei 150% Flächenschaden. Jetzt wird auch der Wert von Flächenschaden auf euren Gegenständen deutlich: Selbst bei einem extrem hohen Flächenschadenswert von 150%, (verfügbar auf fast jedem Slot, das absolute Maximum liegt bei 198%), ist ein zusätzliches Flächenschadens-Attribut von großem Wert, da es mit einer Steigerung von 11.7%  euer Gesamt-DPS einhergeht (vorausgesetzt, man greift ständig 25 dicht beieinander stehende Ziele gleichzeitig an, was im Solospiel unrealistisch ist, aber mit Fertigkeiten wie Piranhas Piranhado, Ground Stomp Wrenching Smash oder Black Hole vorübergehend erreicht werden kann). Typischerweise konkurriert Flächenschaden mit Werten wie Angriffsgeschwindigkeit oder durchschnittlichem Schaden (auf Ringen), die beide eine Erhöhung von etwa 5-7% DPS pro Roll bieten. Es ist leicht zu ersehen, warum Flächenschaden die anderen Attribute beim Pushen im Allgemeinen übertrumpft. Selbst bei eher bescheidenen Werten von 5 oder 10 beieinander stehenden Gegnern ist der Effekt viel größer als das, was andere Attribute bieten würden:

ZieleDamageFlächenschaden (50%)Flächenschaden (100%)AD (150%)
5500200400600
Gesamtschaden7009001100
Anteil des Flächenschadens28.57%44.44%54.55%
Erhöhung des Schadens in %40%80%120%
Erhöhung des Schadens bei 20% Flächenschaden11.4%8.9%7.3%
ZieleSchadenFlächenschaden (50%)Flächenschaden (50%)Flächenschaden (150%)
10100090018002700
Gesamtschaden190028003700
Anteil des Flächenschadens47.37%64.29%72.97%
Erhöhung des Schadens in %90%180%270%
Erhöhung des Schadens bei 20% Flächenschaden18.9%12.9%9.7%

Damit sich diese Zahlen zu euren Gunsten auswirken, müsst ihr natürlich gut darin sein, große Pulls auszuführen und ständig gegen mehrere Gegner gleichzeitig zu kämpfen. Dabei wird auch nicht berücksichtigt, dass ihr in manchen Situationen einfach nicht in der Lage seid, weitere Monster in den Kampf einzubeziehen (z. B. am Ende eines Gebietes oder beim Kampf gegen die meisten Portalwächter) und somit keinerlei Nutzen aus dem Flächenschaden ziehen könnt (da er nur bei mindestens zwei vorhandenen Zielen wirkt). Außerdem funktionieren bestimmte Builds überhaupt nicht mit diesem Attribut (z. B. Hexendoktoren mit Spirit Barrage The Barber, Zauberer mit Chantodo's Resolve, Thorns of The Invoker Kreuzritter usw.).

Kurz gesagt: Je mehr Flächenschaden, desto besser, aber rollt ihn generell nicht anstelle von wichtigen DPS-Werten wie Kritische Trefferchance, Kritischer Trefferschaden oder Elementarschaden.

Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, schaut euch den ausführlichen Beitrag mit detaillierten Erklärungen zu Flächenschaden an.


3. Erklärungen zu “Rift Fishing”

Rift Fishing ist der Prozess Portale zu öffnen und zu schließen bis ihr auf eines stoßt, das einen Versuch wert ist. Die Realität ist, dass Diablo 3 ein sehr RNG-basiertes Spiel ist und das schließt auch die Platzierung in den Ranglisten mit ein. Um die RNG (Zufälligkeit) ein wenig auszugleichen, suchen sich Spieler vor Allem weiter oben in den Ranglisten nur die guten Karten und Monstertypen aus oder selektieren in manchen Fällen sogar stark zu Gunsten schwer zu findender, sehr spezifischer Szenarien.

Stufenoptimierung großer Nephalemportale durch “Fishing”

Betrachtet im Folgenden das Beispiel eines gut ausgerüsteten Charakters mit A-Tier-Build, der von einem erfahrenen Spieler gesteuert wird. Der durchschnittliche Run, den ihr bequem abschließen könnt, liegt etwa bei Portalstufe 125. Danach beginnt es etwas schwieriger zu werden, mit einer echten Chance hier und da zu scheitern.

Im Allgemeinen liegt der RNG-Bereich der meisten Builds irgendwo zwischen 10-16 Tiers, was bedeutet, dass ihr im schlimmsten Fall an einem Portal der Stufe 120 scheitern könnt (mit dem 1/1000-Horror-Rift) und im besten Fall ein Portal der Stufe 135 räumen könnt (mit dem 1/1000-Traum-Rift), wobei euer durchschnittlicher erfolgreicher Run (etwa 80 % der Greater Rift Keystone) irgendwo zwischen Stufe 126-130 liegt und die restlichen 20 % der Greater Rift Keystone irgendwo über die anderen Portal-Stufen am unteren bzw. oberen Ende verteilt sind. Genau wie bei den meisten anderen Zufallsereignissen im realen Leben folgt auch das Spiel einer Normalverteilung (Glockenkurve), wie sie hier dargestellt ist:

RNG in Diablo 3 folgt einer Normalverteilung (Glockenkurve)

Für Gelegenheits-Pusher ist es ratsam, die meisten schlechten Karten-Layouts, die man in der ersten Ebene findet, zu überspringen, wie z.B. Höhlen, Bastionstiefen, Ruinen von Corvus und andere enge Karten, es sei denn, sie werden von einem sehr guten Monster-Set bevölkert. Alles in Allem ist es also ratsam einfach bei etwa 4/5 Greater Rift Keystones gleich beim Betreten das Portal wieder zu verlassen, um im Durchschnitt etwas auf der oberen Seite des RNG-Spektrums zu landen (also etwa Portalstufe 130-132, um beim obigen Beispiel zu bleiben, wobei mindestens 80% übersprungen werden).

Um ein sehr umfassendes Beispiel für die Auswirkungen des "Fishings" zu geben, ist hier eine Liste, die auf Erfahrungswerten beim "Pushen" von über 20000 Greater Rift Keystone während vieler Saisons beruht:

  • ~10 Greater Rift Keystone: 1 Stufe
  • ~25 Greater Rift Keystone: 2 Stufen
  • ~50 Greater Rift Keystone: 3 Stufen
  • ~100 Greater Rift Keystone: 4 Stufen
  • ~250 Greater Rift Keystone: 5 Stufen
  • ~800 Greater Rift Keystone: 6 Stufen
  • ~2000 Greater Rift Keystone: 7 Stufen
  • ~5000 Greater Rift Keystone: 8 Stufen

Natürlich bedeuten diese Zahlen nicht unbedingt, dass ihr genau dieses Ergebnis und diese Anzahl von Greater Rift Keystone erhaltet, da die Portale und Ergebnisse immer noch zufällig sind. Es ist eher im Sinne von "im Durchschnitt (bei der angegebenen Anzahl von Versuchen) werdet ihr ein Portal finden, das ihr - wenn ihr es perfekt spielt - auf dieser Stufe mit deinem aktuellen Charakter bewältigen könnt" gemeint. Diese Liste geht davon aus, dass der Spieler keine Fehler macht (z.B. durch falsche Entscheidungen oder zu häufiges Sterben). Sie ist eher als Richtlinie für den optimalen Clear eines Portals zu verstehen.

Wichtige RNG-Faktoren und deren Relevanz

Hier eine (sehr grobe) Auflistung und Abschätzungen für diverse RNG-Faktoren, denen ihr begegnen könnt:

  1. Top4 -Karte (Wüste/ Shrouded Moors)
  2. Top2-Karte (Battlefields of Eternity / Festering Woods)
  3. Gute Form der Karte ("4-corner-layout")
  4. Top50%-Gegnertyp
  5. Top10%-Gegnertyp
  6. Pylone der Verbindung
  7. Gut positionierter Pylon der Verbindung
  8. Andere gute Pylone
  9. Gute Elite-Gegner
  10. Noch bessere Elite-Gegner
  11. Einfache Affixe
  12. Gute Karten in den späteren Ebenen
  13. Noch bessere Karten in den späteren Ebenen
  14. Gute Portalwächter
  15. GG Portalwächter
  16. Buildeigenheiten

Jeder Punkt davon würde das erwartete Gesamtergebnis um etwa 1 Stufe erhöhen. In einigen Fällen können sich bestimmte Faktoren mehr oder weniger stark auswirken (z. B. ist ein Pylon der Verbindung viel effektiver, wenn man The Flavor of Time trägt, einige Builds legen nicht viel Wert auf Elite-Affixe, einige Builds benötigen offene Karten viel mehr als andere, einige Builds profitieren sehr davon, genau 1 bestimmten Monstertyp zu "fishen", anstatt einfach die Top 5, usw...), aber normalerweise gleicht sich das über die verschiedenen Arten von Builds aus. Es gibt bestimmte Builds (z. B. "Aufspießen-Dämonenjäger" oder "Ansucher-Dornen-Kreuzritter"), die sehr konsistent und viel weniger von RNG abhängig sind, einfach weil sie in verschiedenen Situationen insgesamt besser abschneiden, während einige andere ein extremes High-Roll-Potenzial aufweisen (z. B. "Geistersperrfeuer-Hexendoktor"), da sie zu jeder Zeit eine hohe Dichte an Monster-Gruppen benötigen.

Kurz gesagt: RNG spielt eine Rolle und die meisten schlechten Aspekte können entweder eliminiert oder umspielt werden, indem man einfach 4/5 oder 9/10 Schlüssel investiert, um akzeptable Chancen für das Abschließen des großen Nephalemportals zu bekommen. Mit immer höheren Investitionen können immer höhere Portalstufen abgeschlossen werden.


4. Finden des richtigen großen Herausforderungsportals um zu “Pushen”

Wenn ihr ausschließlich solo unterwegs seid (oder zumindest Portalstufen solo freischaltet), werdet ihr kein so großes Problem mit diesem Thema haben. Es kann jedoch nützlich sein, herauszufinden, wie weit ihr realistisch gehen könnt, indem ihr ein paar weitere Datenpunkte von anderen Spielern erhaltet. Alles in Allem kann es ziemlich schwierig sein, abzuschätzen, wozu euer Charakter in der Lage sein sollte, da es gerade bei nicht maximal optimierten Charakteren enorme Unterschiede in der Spielweise und dem Spielgefühl der Builds geben kann (z.B. aufgrund fehlender spezifischer Resistenzen, fehlender Abklingzeitreduktions-Rolls, niedriger Flächenschadenswerte, etc.).

Bestimmung eurer "realistischen Obergrenze"

Beim Pushen ist es wichtig, dass ihr - zusätzlich zu denen eures Charakters - eure persönlichen Grenzen kennt, an denen ihr euch orientieren solltet. Ihr müsst euch darüber klar werden, wie viele Versuche ihr ertragen könnt, bevor ihr aufgebt oder euch die Zeit ausgeht, und andere Projekte oder Verpflichtungen anstehen. Ihr müsst auch einen kleinen Puffer für die Pechsträhnen mit einkalkulieren, in denen ihr vielleicht Hunderte von Greater Rift Keystone verbraucht, ohne Erfolg zu haben. Bevor ihr also mit dem eigentlichen Push beginnt, solltet ihr euch darüber im Klaren sein, wie weit ihr gehen wollt, und eure Ziele entsprechend anpassen (wie in der obigen Liste angegeben). Es kann sich sehr schlecht anfühlen, wenn ihr mit eurem Charakter pusht und bis zum Ende der Saison nie eine bestimmte Portalstufe abschließen könnt - selbst nach hunderten oder tausenden von Versuchen -, weil ihr die RNG-Anforderungen um eine Stufe zu weit ausgereizt habt (aber mehrmals eine niedrigere Stufe hättet bewältigen können). Glaubt mir - ich habe das schon erlebt. Nicht cool. Wenn ihr nicht bereit seid, eine quasi unendliche Anzahl von Versuchen zu unternehmen, dann schraubt euer Ziel um 1-2 Portalstufen herunter.


5. Gute Karten

Verteilung von Karten in der ersten Ebene nach Betreten eines großen Nephalemportals.

Es gibt verschiedene Arten von Karten, von denen der Großteil für die meisten Builds zum pushen einfach schrecklich sind, oder zumindest nicht wirklich toll. Da man versucht, große Pulls durchzuführen und die Elitegegner viele Minuten lang zu kiten, bis sie schließlich sterben, ist viel Platz nötig.

Eine gute Karte ist der wichtigste Faktor bei der Entscheidung zu Beginn des Runs. Sie entscheidet darüber, ob ihr versuchen solltet das Portal zu meistern, oder ob ihr es erneut versuchen solltet. Im Wesentlichen kann man eine der Top-4-Karten (Schwärende Wälder, Schlachtfelder der Ewigkeit, Die Moore, Wüste) mit ca. 20% Wahrscheinlichkeit bekommen. Die ersten beiden sind noch einen Tick besser als letztere, da sie typischerweise mehr große Flächen und im Allgemeinen eine höhere Gegnerdichte aufweisen.

Es gibt noch einige weitere Karten, die manchmal gut klappen, wenn man eine gute Kombination aus Layout und Monstertyp bekommt. Dies sind die Pesttunnel, die Wudicave (Vile Cavern aus Akt 2), Der Silberne Turm und der Arreatkrater. Kombiniert mit den Top-4-Karten besteht eine Chance von etwa 1 zu 3, eine dieser Maps zu finden. Im Vergleich zu den Top-Karten sind diese Extra-Karten jedoch meist nicht besonders toll und werden nach kurzer Zeit einfach abgebrochen, wenn klar wird, dass die Karte vielleicht zu klein ist, schreckliche Monstertypen hat oder einfach nur sehr nah beieinander liegende Kachelsätze im Layout.

Eine gute erste Karte zu bekommen, ist der wichtigste Schritt zu einem erfolgreichen Run, und während theoretisch einige der anderen Karten auch okay oder zumindest akzeptabel ausfallen können, weil andere RNG-Faktoren glücklich gerollt sind (Mob-Typ, Elite-Gegner, gute Pylone, ...), ist dies doch äußerst unwahrscheinlich und man vergeudet vielleicht einige Minuten damit, sie durchzuspielen, bis man Ebene 2 betritt und dann sowieso wieder aufgibt. Der größte Vorteil der Top-Karten ist nicht nur, dass sie in der Regel weit und offen sind und viel Platz für große Pulls und einfaches Kiten bieten, sondern auch, dass sie bessere Fortschritte in der jeweiligen Ebene ermöglichen. Das bedeutet, dass man, immer wenn man Schwärende Wälder mit einem der guten Monstertypen öffnet, ziemlich sicher sein kann, mindestens 30-90% des gesamten Fortschrittsbalkens in dieser einen Ebene zu füllen, selbst wenn man vielleicht bestimmte Eliten überspringen muss, keine tollen Pylone bekommt, etc. Dieser Effekt reduziert die RNG-Anforderungen für die darauf folgenden Karten drastisch, da man den Fortschrittsbalken nur noch sehr wenig füllen muss, um zum Portalwächter zu gelangen. Selbst in schlechten Karten kann es leicht sein, einfach in einen der großen Räume zu gehen, einen mittelgroßen Trash-Pull zu zerlegen und in der nächsten Ebene weiterzumachen, bis man schließlich die letzten benötigten % erhält. Wenn ihr einen ausreichend großen Zeitvorsprung habt, könnt ihr es euch in der Regel leisten, am Ende des Runs wieder ein wenig zurückzufallen, wenn die vielversprechendsten Teile der Karte bereits gesäubert sind.


6. Gute Gegnertypen

Insgesamt gibt es 33 verschiedene Kombinationen von Monstertypen, die in jeder einzelnen Ebene rollen können. Einige der besten Monstertypen sind:

  • Unheilvoller Schwarm
  • Transformers (Verderbtes Gefäß, Unburied, Revenants)
  • Lacuni/Sprungschrecken
  • Zombie/Monstrosität
  • Ghost Combo (Ghosts, Shadow Wraith, Ghastly Gravedigger)
  • Chickens (Armored Destroyer, Hellflyer)
  • Summoner Combo (Blazing Ghoul, Tomb Guardian, Skeletons)
  • Bienen/Accursed
  • God Comb (Cultists, Summoner Cultists, Hellions)

Dies sind nicht notwendigerweise die einzigen guten Monstertypen. Mit den richtigen Rolls können auch andere zum Erfolg führen. Allerdings funktionieren diese für die meisten Builds am Besten, da sie eine oder mehrere der folgenden Eigenschaften aufweisen: 

  • Ein Mix von Gegnern mit ähnlichen HP-Werten
  • Zusätzliche Monsterspawns auf der Map
  • viele Nahkampf-Trash-Mobs, die einfach zu kiten und zu pullen sind
  • Gegner, die aufgrund ihrer kleinen Kollisionsboxen gut gruppierbar sind

Das bedeutet nicht unbedingt, dass diese Monstertypen leicht zu besiegen sind. Aber es heißt, dass man, wenn man sie richtig ausnutzt, im Vergleich zu anderen die besten Fortschritte erzielen kann, da man bei vielen anderen Monstertypen einfach keine Chance hat, selbst wenn man es gut macht. Unabhängig davon ist es immer noch sehr wahrscheinlich, dass du an einer Karte mit Lacuni/Sprungschrecken oder Transformers scheitern wirst, obwohl diese beiden zu den besten Gegnertypen im Spiel gehören. Dies liegt daran, dass man in einem solchen Run sehr viel Mikromanagement betreiben muss (aufgrund der Spawner-Typen, die euch zusätzliche Zombies / Dunkle Gefäße bescheren, die ihr nicht töten dürft, bevor sie ihre Form wechseln). Ebenso hat jeder einzelne Monstertyp seine eigenen Verhaltensweisen und Muster, auf die man sich einstellen muss, um das eigene Spiel zu optimieren. Dies erfordert viel Übung und Erfahrung im Kampf gegen jeden einzelnen dieser Typen.


7. Die Fortschrittsberechnung

Es ist an dieser Stelle wichtig zu verstehen, wie weit sich der Fortschrittsbalken durch das Töten bestimmter Gegner füllt. Im Allgemeinen ist der Fortschritt an die Lebenspunkte der Monster, ihre Fähigkeiten und die Gefahr, die von ihnen ausgeht gebunden. Folgende Tabelle sollte euch dieses Konzept anhand einiger Beispiele verdeutlichen:

  • Made (0.04%)
  • Skelett (0.09%)
  • Accursed (0.09%)
  • Enraged Phantom (0.12%)
  • Unheilvoller Schwarm (0.15%)
  • Ice Clan Warrior (0.19%)
  • Arachnid Horror (0.23%)
  • Niederträchtiger Wiedergänger (0.38%)
  • Fallen Master (0.46%)
  • Skeletal Beast (0.64%)
  • Executioner (0.85%)

Um den Fortschrittsbalken komplett zu füllen, müsst ihr eine Kombination von Monstern töten, deren XP aufaddiert 100% des Balkens ausmacht. Dazu habt ihr 15 Minuten Zeit, müsst aber am Ende auch noch den Portalwächter besiegen. Letzteres wird je nach Build in den meisten Fällen zwischen 1 und 6 Minuten in Anspruch nehmen. Wenn wir mit einer durchschnittlichen Tötungszeit von 3 Minuten rechnen, bleiben 12 Minuten, um 100% Fortschritt zu erreichen, oder 8,33% Fortschritt pro Minute. Aus dem obigen Beispiel würde dies erfordern folgende Gegner zu töten:

  • x92 Skelette,
  • x36 Arachnid Horrors,
  • x18 Fallen Masters or
  • x10 Executioners

Selbst einige dieser Trash-Kämpfe dauern mehrere Minuten, je nachdem, wie gut sie zu kiten sind. Wenn ihr in eurem Build Convention of Elements verwendet, könnt ihr diese Berechnung sogar in einzelne Nuke-Zyklen aufschlüsseln (5 pro Minute für Totenbeschwörer, 3 für Mönche, etwa 4 für andere Klassen). Wie man sieht, ist es ziemlich schwer, innerhalb einer Minute annähernd 100 Skelette oder 10 Vollstrecker zu finden und zu töten, selbst wenn man annähernd mit Farming-Geschwindigkeit das Portal säubert. Das bedeutet, dass ihr zusätzliche Möglichkeiten zum Fortschritt benötigt. Das Töten von Elitegegnern macht genau das möglich. Sich nur auf Trash-Monster zu verlassen wird nicht ausreichen.

Elitegegner liefern zusätzlich zum normalen Fortschritt ihres Monstertyps Fortschrittskugeln, wenn sie getötet werden. Das Töten von Elitegegnern und deren Vasallen bringt keinen Vorteil, solange ihr nicht diese Kugeln einsammelt. Sie haben höhere HP als normale Gegner, tragen aber nicht mehr zum Fortschritt bei.

  • Blaue Gegnergruppen geben 3 Fortschrittskugeln à 1.15% also insgesamt 3.45%.
  • Gelbe Gegnergruppen geben 4 Fortschrittskugeln à 1.15% also insgesamt 4.60%.

Das bedeutet, dass das Töten einer Gruppe von Elite-Gegnern ungefähr äquivalent zu einer halben Minute Zeit während des Pushs ist (etwas mehr für Gelbe, etwas weniger für Blaue). Wenn man bedenkt, dass selbst das Erledigen einer 5%-Elite-Gegnergruppe länger dauern kann, sollte eure Grundeinstellung bei jeder Gegnergruppe sein (besonders auf engen Karten): Überspringen! - es sei denn, ihr seid euch sicher, dass ihr mehrere Minuten in der Nähe verbringen werdet. Für die meisten Builds im Spiel (mit Ausnahme von "Aufspießen-Dämonenjäger" und "Raserei-Barbar") sind Elitegegner nur dann besiegbar, wenn man sie mit wenig Zeitverlust kiten kann, bis sie schließlich sterben, oder die Karte einen Pylon der Verbindung enthält.

Es gibt immer noch Situationen, in denen es sich lohnen kann, ein wenig Zeit zu verschwenden, um bestimmten Trash- oder Elite-Gegner zu erledigen, solange es nicht übermäßig lange dauert. Diese Situationen entstehen zum Beispiel, wenn man das Ende einer Ebene erreicht hat und schon weiß, dass die nächste ziemlich schrecklich ist, oder wenn man auf den nächsten Pylon-Spawn wartet.

Kurz gesagt: Das Töten großer Gruppen kleiner Monster ist typischerweise viel schneller als das Töten einiger weniger großer Monster. Das Gleiche gilt für Elite-Gegner, die in der Regel zu viele Lebenspunkte haben, um überhaupt einen Versuch wert zu sein. Hohe Elite-HP sind der Hauptgrund, warum "Fishen" so wichtig ist. Ihr könnt sie kiten bis sie sterben.


8. Entscheidungen während eines Runs

Während des Runs sind die Qualität eurer Entscheidungen der Schlüssel zum Erfolg. Es geht nicht nur darum, das richtige Portal zu öffnen und die theoretische Möglichkeit zu haben, es erfolgreich zu meistern, sondern auch darum, was ihr aus dieser Gelegenheit macht. Die wichtigsten Punkte, die zu beachten sind, werden hier erklärt:

Auslassen vs. Töten

Der mit Abstand häufigste Fehler ist, einen aussichtslosen Kampf zu führen: Ihr müsst Gegner auslassen. Und zwar sehr viele. Wie ihr oben bei den Details über HP-Skalierung und Flächenschaden gesehen habt, sind große Pulls der Schlüssel, um überhaupt nennenswerten Schaden auszuteilen und damit überhaupt weiterzukommen, sobald ihr die höchsten Portalstufen erreicht habt. Dies bedeutet, dass, wenn ihr die Gegner ausdünnt, eure DPS sinken, und ihr werdet sehr oft Situationen vorfinden, in denen einige Gegner mit wenig verbleibenden HP überleben, ihr aber einfach nicht in der Lage sein werdet sie zu töten, da ihr gerade 90% eurer DPS durch das Töten der anderen Gegner verloren habt. Einer der häufigsten Fehler ist außerdem das Pullen zu kleiner Gegnergruppen.

Ebenso sind bestimmte Monstergruppen einfach so schrecklich, dass man in der Regel die gesamte Ebene überspringen möchte, da sie entweder zu gefährlich sind, zu wenig XP geben oder es zu schwierig ist sie zusammenzuziehen. Manchmal auch eine Kombination dieser Faktoren. Die Entscheidung bestimmte Elite-Gegner auszulassen müsst ihr auch sehr schnell treffen. Berücksichtigt den Monstertyp (gegen Armaddons könnt ihr nicht viel ausrichten), ihre Affixe (spawnen sie ständig Mauern oder Illusionen?), ihre Position auf der Karte (sind sie am Anfang oder am Ende der Ebene?), die Möglichkeit eines Pylons der Verbindung in der Nähe (haben Sie kürzlich einen Pylon gespawnt? ), die Gefahr, die von ihnen ausgeht (haben sie eine Combo, die euch töten wird?), Trash-Monster in der Nähe (können ihr genug finden, um Flächenschaden zu proccen?) und wie viel Fortschritt ihr noch machen müsst (könnt ihr es euch leisten, einen mehrere Minuten langen Elite-Kampf zu beginnen, bevor die Zeit abläuft?).

Als grobe Richtlinie: Wenn ihr Zweifel habt, AUSLASSEN!

Pylonen-Spawns beeinflussen

Während eines großen Nephalemportals spawnen 2 bis 4 Pylonen. Die genaue Anzahl ist zufällig und es gibt keine Möglichkeit, alle 5 Pylonen in einem Run zu bekommen.

Die verschiedenen Pylon-Typen, geordnet nach ihrer Stärke sind:

  1. Conduit Pylon
  2. Power Pylon
  3. Shield Pylon
  4. Speed Pylon
  5. Channeling Pylon

Natürlich kann dies von dem Build abhängen, den ihr spielt, da insbesondere Pylone des Kanalisierens bei sehr abklingzeitlastigen Builds wie Totenbeschwörern mit Land of the Dead stark im Wert variieren können. Pylone der Verbindung sind fast schon Pflicht für Builds, die versuchen, die höchsten Portalstufen mit The Flavor of Time zu bewältigen. Pylone des Schildes sind vielleicht nutzlos, weil dein Build schon tanky genug ist, können aber ein Segen für Charaktere mit schwächerer Defensive sein. Pylone der Eile können deinem Build aktiv schaden (vor allem, wenn du dich auf Gruppierungsfähigkeiten wie Ground Stomp Wrenching Smash oder Piranhas Piranhado verlässt).

Das Spawnen von Pylonen in großen Nephalemportalen folgt diesen Regeln:

  • Alle Pylone spawnen mit derselben Wahrscheinlichkeit
  • Der selbe Typ von Pylonen kann nicht mehrmals spawnen 
  • Sie spawnen an festen Orten
  • Sie können nicht in aufgedeckten Teilen der Karte spawnen 
  • Sie können nicht spawnen, nachdem der Portalwächter erschienen ist
  • Ihr müsst den Fortschrittsbalken füllen um die Chance auf einen Spawn zu haben*
  • Je größer euer Fortschritt, je größer die Chance auf einen Spawn
  • Pylonen spawnen ca. 1.5 Bildschirme entfernt vom Spieler
  • Wenn ihr den Fortschrittsbalken zu schnell füllt, ohne dass ein Pylon spawnt, dann könnt ihr den Spawn verlieren (Portale mit 0-1 Pylonen sind in diesem Fall möglich)

* Es ist möglich Pylonen zu finden, während euer  Fortschrittsbalken 0% steht, also ohne einen Gegner getötet zu haben. Ebenso ist es möglich 2 Pylonen hintereinander zu finden, ohne in der Zwischenzeit den Fortschrittsbalken zu füllen. Dies ist allerdings sehr selten (~1/100).

Nutzt dieses Wissen zu eurem Vorteil, um das Maximale aus Pylonen herauszuholen. Wenn ihr die höchste Portalstufe abschließen wollt, müsst ihr einen Pylon der Verbindung an einer guten Stelle finden, damit ihr mit ihm viele Elite-Gegner erledigen könnt. Lernt, an welchen Orten auf der Karte Pylone spawnen. Besonders auf den guten Karten. Und lernt, wie ihr vorgehen müsst, um die Zahl ihrer Spawns zu maximieren. Manchmal macht es einen Unterschied ein paar Gegner mehr zu erledigen, um weitere 2% Fortschritt für den GG Pylon der Verbindung zu erhalten.

Wenn ihr mehr über dieses Thema lernen wollt, dann schaut euch dieses Video über die Spawnmechanik von Pylonen an.

Effizientes Nutzen der Pylone

Am Ende geht es nicht nur um RNG, sondern auch darum, es zu eurem Vorteil zu nutzen. Pylone sind kostbar und sollten nicht verschwendet werden. Also solltet ihr besonders auf großen Karten vorbereitet sein, wenn diese spawnen. Pullt Gegner um sie herum, damit ihr keine wertvolle Zeit damit verbringen müsst, während die Pylone aktiv sind. Ein Conduit Pylon sollte in erster Linie dazu verwendet werden, Elite-Gegner zu erledigen, da es einfacher ist Trash-Mobs selbst zu töten (und dabei von all dem Flächenschaden zu profitieren, den ihr habt). Im besten Fall könnt ihr 4 oder mehr Gegnergruppen um einen Pylon der Verbindung herum gruppieren, schon etwas Schaden austeilen, die Trash-Mobs erledigen und dann den Pylon aktivieren. Außerdem wollt ihr einen Power Pylon oder Shield Pylon in genau dem Moment einsetzen, in dem er für euch den größten Nutzen hat. Es könnte also klug sein, alle Trash-Monster in der Nähe zu finden und sie in die Nähe des Pylon zu bringen, bevor ihr ihn einsetzt. Bestimmte Builds können mit der richtigen Vorbereitung verheerende Kombos einsetzen (z. B. durch Spirit Barrage mit The Barber oder Fan of Knives mit Lord Greenstone's Fan).

Seht euch dieses Video an, in dem erklärt wird (mit echten Pushing-Beispielen), wie ihr eure Pylone der Verbindung bestmöglich einsetzen könnt!

Die Entscheidung einen Run abzubrechen

Selbst wenn ihr ein wirklich gutes großes Nephalemportal gefunden habt, inklusive einer guten Karte, guten Gegnern und tollen Elitegegnern, kann es sein, dass ihr es trotzdem nicht abschließen könnt, weil etwas anderes fehlt. Sei es der Pylon der Verbindung an der richtigen Stelle, der richtige Portalwächter (da einige Builds sehr spezifische Portalwächter benötigen, um eine Chance zu haben), sei es wegen einiger Gameplay-Fehler, die ihr gemacht habt, oder einiger anderer Faktoren, die einfach nicht zu euren Gunsten ausgegangen sind. Um eure Zeit nicht mit einem misslungenen Run zu verschwenden, müsst ihr erkennen, wann es Zeit ist den Run abzubrechen und einfach mit dem nächsten weiterzumachen. Lernt, wie viel Zeit ihr durchschnittlich für einen Portalwächter benötigt und wie viel Zeit ihr für den besten Portalwächter einplanen müsst. Überlegt euch, wie wahrscheinlich es ist, den nächsten Pylon zu finden, der euren Run noch retten könnte. Oder lasst eine schlechte Ebene aus und schaut, ob die nächste nicht vielleicht besser ist. Selbst wenn ihr bereits 10 Minuten in einen Run investiert habt und kurz davor seid, den Portalwächter zu spawnen, kann es sein, dass es bereits hoffnungslos ist und ihr einfach aufhören und einen neuen starten solltet. Ihr werdet viele Versuche brauchen, um die höchstmögliche Stufe zu erreichen und jede Minute ist wertvoll auf dem Weg zu dem einen erfolgreichen Run.

Kurz gesagt: Die Hälfte des Runs besteht darin die richtigen Entscheidungen zu treffen. Wenn ihr nicht mit dem arbeitet, was euch die Map anbietet und eure Chancen nutzt, um zu versuchen, bestimmte Elitegegner zu töten oder den richtigen Pylon an der richtigen Stelle zu spawnen, werdet ihr in Runs scheitern, die erfolgreich hätten sein können.


9. Gegnerdichte erzeugen

Einer der größten Faktoren beim Pushen ist die Anzahl der Gegner, die sich im Bereich eures Bildschirms befinden. Je mehr Feinde ihr trefft, desto mehr könnt ihr auf einmal töten und desto höher ist in der Regel auch eure DPS (aufgrund der oben erläuterten Skalierung des Flächenschadens). Das bedeutet, dass ihr so viele Gegner wie möglich angreifen müsst, und da es in vielen Fällen ziemlich lange dauert (bis zu mehreren Minuten), sie zu töten, müsst ihr sie immer wieder über die Map kiten, während ihr immer mehr zum Pull hinzufügt.

Jeder Monstertyp legt ein etwas anderes Verhalten an den Tag, wenn es darum geht euch zu verfolgen. Ihr müsst also ein paar Erfahrungswerte sammeln, um höhere Portalstufen erfolgreich meistern zu können. Nicht jedes Portal, das nicht mit einer Top-Tier-Karte oder einem Gegnertyp daherkommt, muss automatisch aufgegeben werden. 

Im Allgemeinen werden die meisten Gegner euch langsam folgen, nachdem ihr euch ihnen genähert oder sie mit einer Fähigkeit getroffen habt. Schaden-über-Zeit-Effekte sind besonders nützlich, um Feinde beschäftigt zu halten, da diese ihnen ständig Schaden zufügen. Einige Monstertypen interessieren sich allerdings kaum für eure Angriffe, bis ihr auf sie zulauft und selbst wenn ihr sie wiederholt trefft, bleiben sie einfach stehen und warten, bis ihr näher kommt (z. B. Groteske). Es gibt auch andere Monstertypen, die euch zwar schnell folgen, dann aber andere Dinge tun, wie z. B. euch anschreien (Fallen Master), euch anbellen (Fallen Cur), durch einige Wände wegfliegen (Enraged Phantom), sich eingraben (Burrowing Leaper) oder verschiedene andere Dinge. Seid euch bewusst, was jeder Monstertyp macht und behaltet ihre Bewegungsmuster im Auge, bis es für euch zur Normalität wird. Dies ist nicht nur für die guten Monstertypen (wie oben erwähnt) sehr wichtig, sondern für alle, da ihr sie immer als Elitegegner finden könnt und dann verstehen müsst, was zu tun ist.

Wo man große Pulls ausführen muss ist eine Entscheidung, die auf der Umgebung, dem Kartenlayout, wie viel man bereits geklärt hat, wie gut die Gegner einem folgen und noch weiteren Faktoren. Auf guten Karten wie einer offenen 4-Eckenkarte wie "Schwärende Wälder" könnt ihr mit nur 2 Pulls die gesamte Karte abräumen und so den Portalwächter spawnen. Auf anderen Karten, wie z.B. Bastionstiefen, habt ihr einfach keine andere Wahl, als euch durch enge Korridore zu bewegen, in die die meisten Feinde nicht hineinpassen, bis ihr einen einigermaßen offenen Raum findet, in dem ihr ein paar Feinde kiten könnt. Es kommt immer auf die Situation an, die man vorfindet.

Kurz gesagt: Eine hohe Monsterdichte ist der Faktor Nr. 1 für schnelles Vorankommen und es ist eure Aufgabe, diese entweder zu finden oder selbst zu erschaffen. Meist eine Kombination aus Beidem.


10. Der Kampf gegen den Portalwächter

Als letztes Puzzlestück müsst ihr den Portalwächter rechtzeitig besiegen. In Diablo 3 sind fast alle Builds traditionell sehr stark AoE-fokussiert und haben nur sehr wenige Möglichkeiten, um effektiv Schaden an Einzelzielen zu verursachen (was ein Problem ist, das durch Flächenschaden noch verstärkt wird). Mit den zusätzlichen HP, die ein Portalwächter erhält (ungefähr das 3,5-fache eines gelben Elite-Gegners), kann es bei bestimmten Builds sehr lange dauern, bis man ihn endlich besiegt hat (sogar mit einem ausgerüsteten Bane of the Stricken).

Ohne zu sehr auf die Mechaniken von Bane of the Stricken einzugehen sollte euch folgendes klar sein:

  • der Edelstein hat eine interne Abklingzeit, die mit der Angriffsgeschwindigkeit skaliert (schneller = mehr Stapel)
  • Stapel werden auf ein Ziel pro Angriff angewendet (erstes getroffenes Ziel)
  • die meisten typischen Builds stapeln ~200-400% Bonusschaden pro Minute
  • bei Kämpfen müsst ihr darauf achten während des Stapelns die meiste Zeit ausschließlich den Portalwächter zu treffen
  • Zeitlich begrenzte Buffs (wie Power Pylon, Wrath of the Berserker, Land of the Dead) werden gegen Ende eines Kampfes effektiver

Einige Builds haben es wirklich schwer, den Portalwächter zu töten, da der einzige Grund, warum sie überhaupt hohe Portal-Stufen erreichen, ihre wahnsinnige AoE-Skalierungsmechanik ist (z. B. GoD DH, SB WD, Scythe Necro). Das bedeutet, dass in solchen Situationen Bosse mit Dienern, wie Hamelin oder Saxtris oft perfekt sind, da man zusätzliche Ziele für Flächenschaden oder andere Effekte hat, wobei Stricken-Stapel eine sekundäre Rolle spielen. Bei anderen Builds kann es genau umgekehrt sein, und ihr wollt in jedem Fall einen Single-Target-Boss bekommen, da zusätzliche Bosse mit Dienern nicht rechtzeitig getötet werden können und der zusätzliche Flächenschadens-Wert den Verlust von Stapeln auf dem Boss nicht wettmachen kann. Wenn ihr also endlich eure ersten Portalwächter spawnt, selbst wenn ihr wisst, dass ihr es nicht rechtzeitig schaffen werdet, könnte es nützlich sein, euch an ihnen zu versuchen, um zu lernen, wie man sie besiegt und zu verstehen, wie viel Zeit man für sie einplanen muss.

Kurz gesagt: Versteht welche Portalwächter für euren Build am besten funktionieren und lernt, wie ihr sie bekämpfen könnt. Kein Build muss an irgendeinem Portalwächter sterben, wenn ihr ihn outplayed.


11. Weitere Tipps zum “Pushen”

  • Stellt sicher, dass ihr alle einfachen Aufwertungen macht, die ihr bekommen könnt, bevor ihr versucht, zu pushen. Dazu zählen insbesondere die richtigen Attribute bei der Mystikerin auf hohe Werte zu rollen, eure Gegenstände mit verfügbaren legendären Edelsteinen aufzuwerten oder sie neu zu schmieden.
  • Überschätzt euch am Anfang nicht, nur weil andere Leute hohe Portalstufen abschließen. Versucht herauszufinden, was mit eurem Charakter möglich ist. 
  • Gebt nicht wegen anhaltendem schlechten RNG auf. Gute Portale können schwer zu finden sein oder hintereinander auftauchen. Denkt immer an die durchschnittliche Anzahl von Portalen, die ihr "fishen" müsst, um euer Ziel zu erreichen.
  • Verlasst Portale, bei denen klar ist, dass ihr keine Chance haben werdet, sie zu vollenden. Es spielt keine Rolle, wenn ihr 10 Minuten in sie investiert habt. Ihr könnt diese Zeit ein anderes Mal effizienter nutzen.

12. Video Guide

Großer Nephalemportal-Guide von Raxxanterax

13. Verwandte Inhalte und Videos

Schaut euch unbedingt einige dieser Videos und Beiträge an, um weitere Informationen zu erhalten:


14. Zusammenfassung

Pushen ist ein Unterfangen, das am Ende eurer Reise steht, um zu sehen, wozu ihr und euer Charakter fähig seid. Bei den meisten Builds ist der Unterschied zwischen einem Veteranen und einem unerfahrenen Spieler immens und wenn euer Weg an die Spitze der Rangliste führen soll, oder ihr euch einfach als Spieler weiterentwickeln wollt, gibt es viel zu lernen.

  • Versteht euer Limit und setzt euch realistische Ziele
  • Sucht nach dem richtigen Portal
  • Spielt das RNG zu eurem Vorteil aus
  • Kämpft gegen große Horden von Gegnern und ignoriert Einzelne
  • Verschwendet eure Zeit nicht und tötet nur, was sich auch lohnt
  • Nutzt Pylone sehr weise
  • Gebt nicht auf, falls das Glück mal nicht auf eurer Seite ist

Ich hoffe ihr habt einiges aus diesem Beitrag gelernt. Egal ob es um persönliche Bestleistungen oder das Erklimmen der Rangliste geht, es gibt grundlegende Aspekte des Spiels, die ihr euch zu Herzen nehmen müsst, um in Diablo 3 erfolgreich zu sein.
Viel Glück!

Artikel geschrieben von wudijo, übersetzt von DonPromillo